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18.06.2020

Die sieben Säulen der Resilienz: Teil 1

Tod, finanzieller Ruin, Trennung vom Partner – wir alle machen manchmal schwere Zeiten durch. Die einen verkraften derartige Schicksalsschläge gut, andere wiederum weniger. Die psychische Widerstandskraft, auch bekannt als Resilienz, war bereits Thema des letzten Blogs. Dort haben wir erfahren, was genau es mit diesem Immunsystem der Seele auf sich hat und welche Wirkungsweisen Resilienz aufweisen kann. Diese können ganz praktisch mit den sieben Säulen erklärt werden. Im Folgenden geht es deshalb um die Säulen 1-4: Optimismus, Akzeptanz, Lösungsorientierung und Opferrolle verlassen.

Säule 1: Optimismus

„Alles wird gut!“ Diese Einstellung hat nicht jeder – resiliente Menschen schon! Sie nehmen in einer Situation vor allem positive Aspekte wahr und sehen nicht immer nur das Dunkel, sondern vor allem das Licht am Ende des Tunnels. Es ist ihnen gelungen ein positives Selbstbild zu prägen, das es ihnen ermöglicht auch in schweren Zeiten selbstwirksam zu sein, nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren und schnell Orientierung zu finden. Eine Niederlage bedeutet für sie nur einen kleinen Rückschlag, nachdem es wieder weiter bergauf geht. Resiliente Menschen sind in der Lage die eigenen Stärken in herausfordernden Stunden effektiv einzusetzen und diese so zu meistern.

Säule 2: Akzeptanz

„Da kann man halt nichts dran ändern!“ Resilienten Menschen gelingt es einfacher Dinge anzunehmen, die sie weder beeinflussen noch ändern können. Zudem können sie gut unterscheiden, was in ihren Einflussbereich fällt und was nicht. Sie akzeptieren, dass es eine gewisse Zeit braucht Konflikte oder herausfordernde Situationen aufzulösen und es gelingt ihnen Emotionen zuzulassen und sie nicht einfach zu unterdrücken. Dies ist wichtig, um Folgeschäden, wie etwa starke Traumata zu vermeiden.

Säule 3: Lösungsorientierung

„Das kriegen wir schon hin!“ Anstatt das dunkle Jammertal zu durchschreiten, suchen resiliente Menschen schnell nach Lösungen. Es gelingt ihnen leichter, Probleme in Möglichkeiten und Chancen zu verwandeln. Sie setzen ihre Energien gezielt ein, um neue Wege zu finden und dem Ziel einen Schritt näher zu kommen. Andere machen es sich leicht, verfallen in Selbstmitleid und suchen den „Schuldigen“. Nicht aber resiliente Menschen. Sie sehen nur die Lösung.

Säule 4: Opferrolle verlassen

Auch resiliente Menschen fühlen sich in schweren Situationen hilflos – sie verfallen jedoch nicht so schnell in Abhängigkeit, denn sie kennen ihre eigenen Stärken. Ohne die Handlungsfähigkeit zu verlieren, wägen sie ihre Handlungsoptionen ab und nehmen aktiv an der Lösung des Problems teil. Es gelingt ihnen andere Perspektiven einzunehmen und mit eigenen Fehlern konstruktiv umzugehen. Anstatt in Ohnmacht zu verfallen, klopfen sie sich die Hose ab, stehen auf und gehen erhobenen Hauptes weiter.

Im nächsten Blog geht es um die Säulen 5-7. Dort erfahren Sie, wie Sie durch Verantwortungsübernahme, Netzwerkorientierung und Zukunftsplanung stark aus Krisen gehen.

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